Das Wichtigste in Kürze
- HCM (hypertrophe Kardiomyopathie) ist die häufigste Herzerkrankung der Katze und betrifft je nach Studie 14,7 bis rund 30 Prozent aller Katzen. Die Wand der linken Herzkammer verdickt sich dabei.
- Maine Coon, Ragdoll, Britisch Kurzhaar und Sphynx trifft es häufiger als andere, krank werden kann aber jede Katze.
- Frühe Anzeichen fehlen meist. Viele Halter merken erst etwas, wenn die Katze schwer atmet oder die Hinterbeine nachzieht.
- Sicher erkennbar ist die Erkrankung nur im Herzultraschall, und der kostet 70 bis 180 Euro.
- Steht der Befund erst im Bericht, ist das Herz bei jedem der geprüften Versicherer dauerhaft ausgeschlossen. Versichern Sie also vor dem Ultraschall, nicht danach.
Was ist HCM bei der Katze?
Bei der hypertrophen Kardiomyopathie verdickt sich die Muskelwand der linken Herzkammer, sodass sich die Kammer schlechter mit Blut füllt und der Vorhof davor unter Druck gerät. Anders als bei vielen anderen Katzenkrankheiten kündigt sich das nicht an: Das Herz gleicht die Einschränkung über Jahre aus.
Wie viele Katzen betroffen sind, ist umstritten. Eine Ultraschallstudie an Tierheimkatzen kam auf 14,7 Prozent, die Tierkliniken und Ratgeber im deutschsprachigen Raum arbeiten meist mit rund 30 Prozent. Die Wahrheit liegt irgendwo in dieser Spanne, und für Sie heißt das: Es ist keine seltene Erkrankung, sondern eine, mit der jede Katzenpraxis regelmäßig zu tun hat.

Auf dieser Seite landen zwei Gruppen: Halter mit einer frischen Diagnose und Halter einer Rasse, die als gefährdet gilt. Für beide hängt alles am selben Zeitpunkt, nämlich daran, wann das Herz untersucht wird und was danach mit dem Versicherungsschutz passiert.
Welche Symptome zeigt eine Katze mit HCM?
Die meisten Katzen mit HCM zeigen über Jahre überhaupt keine Symptome. Katzen kaschieren Belastung außerdem gut, weil sie ihr Aktivitätsniveau unbemerkt herunterfahren. Was Halter später berichten, ist fast immer entweder eine akute Atemnot oder ein plötzlicher Zusammenbruch.
Achten Sie auf diese Zeichen:
- schnelle oder angestrengte Atmung in Ruhe, besonders im Schlaf
- Atmen mit offenem Maul ohne vorherige Anstrengung
- plötzliche Lähmung der Hinterbeine, begleitet von deutlichen Schmerzäußerungen
- Appetitverlust, Rückzug, deutlich weniger Springen und Spielen
- plötzlicher Tod ohne jede Vorwarnung
Atemnot und Lähmung sind beide Notfälle. Warten Sie damit nicht bis zum nächsten Morgen. Fahren Sie in eine Praxis oder Klinik und kündigen Sie Ihr Kommen telefonisch an, damit dort jemand vorbereitet ist.
Was ist ein Sattelthrombus und was tun Sie dann?
Ein Sattelthrombus (arterielle Thromboembolie, ATE) ist ein Blutgerinnsel, das sich im überlasteten Vorhof bildet, mit dem Blutstrom abgeschwemmt wird und die Beinarterien verschließt. Das ist die Komplikation, auf die HCM zuläuft, und bei einem Teil der Katzen ist sie das erste Krankheitszeichen überhaupt.
Die Katze schreit, schleppt eine oder beide Hinterpfoten hinterher, die Pfoten fühlen sich kalt an und die Ballen sind blass bis bläulich. Das ist extrem schmerzhaft. Fassen Sie das Bein nicht an, setzen Sie die Katze in die Box, ohne sie aufzurichten, und fahren Sie los. Nehmen Sie, wenn Sie können, die Uhrzeit mit, zu der die Lähmung begonnen hat: Die Zeitspanne bis zur Behandlung ist eine der Angaben, nach denen die Klinik als Erstes fragt.
Wie wird HCM beim Tierarzt festgestellt?
Festgestellt wird HCM im Herzultraschall, der Echokardiografie. Sie ist der Referenzstandard, weil sich die Wanddicke nur dort messen lässt; Abhören, Röntgen und Blutwerte grenzen ein, ersetzen die Untersuchung aber nicht. Für Katzen der gefährdeten Rassen empfiehlt die International Society of Feline Medicine in den Zuchtjahren einen jährlichen Herzultraschall.
Lassen Sie sich den Befund immer schriftlich geben, mit der gemessenen Wanddicke und dem Stadium. Dieses Dokument brauchen Sie bei jeder Kontrolle wieder, weil erst der Vergleich zweier Messungen zeigt, ob die Erkrankung fortschreitet. Nehmen Sie zum Termin ein kurzes Handyvideo der schlafenden Katze mit: An der Atmung im Schlaf sieht die Praxis in Sekunden, ob die Frequenz auffällig ist.
Was kostet die Untersuchung und Behandlung von HCM?
Ein Herzultraschall kostet 70 bis 180 Euro, eine vollständige kardiologische Untersuchung mit Blutdruck, Röntgen und Labor 100 bis 300 Euro. Was Sie tatsächlich zahlen, hängt von der Praxis ab und davon, ob ein Kardiologe untersucht.
Teuer wird HCM danach an zwei Stellen. HCM ist nicht heilbar, behandelt wird lebenslang und medikamentös, und was Ihre Katze dabei monatlich kostet, hängt von Wirkstoff, Dosis und Gewicht ab. Lassen Sie sich die Monatssumme direkt beim Ausstellen des Rezepts ausrechnen.
Die zweite Stelle ist der Notfall. Für die Behandlung eines Sattelthrombus nennt keine der geprüften Quellen einen Betrag, weil die Kosten davon abhängen, wie schwer der Verschluss ist und wie lange die Katze stationär bleibt. Genau diese Unkalkulierbarkeit ist das Argument für eine Versicherung.
Unsere Empfehlungen für Katzen mit Herzrisiko
Drei Tarife haben wir für diese Erkrankung ausgewählt. Cleos steht vorn, weil es HCM als einziger Anbieter auf seiner Produktseite ausdrücklich nennt: Wenn Sie eine Maine Coon, Ragdoll, Britisch Kurzhaar oder Sphynx haben, ist das der Tarif, bei dem die rassetypische Herzerkrankung nicht von einer Auslegung abhängt. Für eine Hauskatze ohne Rassehintergrund entscheiden dagegen der Preis und die Erstattungsquote, und da ist Dalma die naheliegende Wahl. Petolo ist die Variante ohne jede Wartezeit. Die Tarifdetails aller drei stehen in der Tabelle weiter unten.
Eines gilt bei allen drei gleich: Sie sind eine Option, solange noch kein Ultraschallbefund vorliegt. Steht die Diagnose schon, lesen Sie ab „Zahlt die Katzenversicherung bei HCM?“ weiter.
Cleos: der Anbieter, der HCM beim Namen nennt
Cleos führt auf der eigenen Produktseite „Herzerkrankungen (wie HCM bei Maine Coon oder Ragdoll)“ ausdrücklich als mitversichert auf. In den Versicherungsbedingungen selbst taucht weder ein Rassename noch die Abkürzung auf; dort sind rassetypische Erkrankungen allgemein und zur vollen Versicherungssumme abgedeckt.
Unter den von uns geprüften Anbietern macht das sonst keiner. Bei einer Erkrankung, die so eng an vier Rassen hängt, ist das der Unterschied zwischen einer Zusage und einer Auslegungsfrage. Die Krankenversicherung beginnt bei 25,34 Euro im Monat im Basis-Tarif.
Sichern Sie sich diese Zusage: Speichern Sie die Produktseite mit Datum ab, bevor Sie abschließen, oder lassen Sie sich per E-Mail bestätigen, dass Herzerkrankungen wie HCM mitversichert sind. Das ist dasselbe Vorgehen wie beim Gentest weiter unten, und es kostet fünf Minuten.
Dalma: voller Krankenschutz zum niedrigsten Monatsbeitrag
Bei Dalma zahlen Sie ab 15,99 Euro im Monat für die vollwertige Krankenversicherung und damit deutlich weniger als bei den beiden anderen Empfehlungen. Dafür legen Sie selbst fest, welchen Anteil der Rechnung Sie erstattet bekommen: Die Erstattungsquote ist zwischen 60 und 100 Prozent wählbar.
Bei einer Erkrankung, die über Jahre jeden Monat Geld kostet, macht diese Quote am Ende mehr aus als der Monatsbeitrag. Rechnen Sie beides zusammen, bevor Sie sich für die billigste Stufe entscheiden.
Petolo: die Regel für genetisch bedingte Erkrankungen
Petolo versichert Fehlentwicklungen und genetisch bedingte Erkrankungen bis 2.500 Euro mit, sofern sie erst nach Vertragsbeginn zum ersten Mal Beschwerden machen. Dazu kommt der Punkt, der bei dieser Erkrankung zählt: Petolo verzichtet vollständig auf Wartezeiten, der Schutz gilt ab dem ersten Tag. Wenn der Ultraschalltermin schon steht, ist das der Unterschied zwischen versichert und nicht versichert.
Diese 2.500 Euro sind deutlich mehr, als ein pauschaler Ausschluss für Rassedefekte hergeben würde, und HCM fällt genau in dieses Feld: eine Erkrankung mit klarer erblicher Komponente, die erst Jahre nach dem Kitten-Alter auffällt. Der Komfort-Tarif startet bei 22,90 Euro im Monat.
Zahlt die Katzenversicherung bei HCM?
Für eine HCM-Diagnose, die vor Vertragsbeginn gestellt wurde, zahlt keiner der geprüften Anbieter, weder anteilig noch nach Ablauf einer Frist. Eine Vorerkrankung ist bei Cleos, Dalma und Petolo gleichermaßen dauerhaft vom Schutz ausgenommen. Dass Sie beim Abschluss oft gar keine Gesundheitsfragen beantworten müssen, ändert daran nichts: Der Ausschluss greift, sobald der Befund existiert.
Deshalb ist bei dieser Erkrankung die Reihenfolge wichtiger als der Tarif. Der Tag, an dem der Ultraschall gemacht wird, ist der Tag, an dem sich das Fenster schließt. Wer eine Maine Coon oder Ragdoll aus dem Tierheim holt und im selben Monat zur Herzuntersuchung geht, hat für dieses Herz faktisch keine Versicherungsoption mehr.
Rein vorsorgliche Untersuchungen sind ohnehin kein Leistungsfall: Ein Screening-Ultraschall bei einer gesunden Katze ist keine Heilbehandlung und läuft, wenn überhaupt, über das Vorsorgebudget des Tarifs.
| Anbieter | Preis ab | Wartezeit | Jahreshöchstgrenze | Höchsteintrittsalter |
|---|---|---|---|---|
| Cleos | 25,34 Euro/Monat (Basis) | 30 Tage allgemein, 6 Monate für Herz-OPs | 3.000 Euro (Basis) bis unbegrenzt (Rundum Plus) | 7 Jahre |
| Dalma | 15,99 Euro/Monat | 30 Tage Heilbehandlung, 14 Tage Chirurgie, 12 Monate für rassespezifische Gelenkerkrankungen (HD/ED) | 3.000 Euro bis unbegrenzt, frei wählbar | unter 9 Jahre |
| Petolo | 22,90 Euro/Monat (Komfort) | keine | 500 bis 1.500 Euro im ersten Jahr je Tarif, danach unbegrenzt | bis einschließlich zum 8. Lebensjahr |
Die Sechs-Monats-Frist bei Cleos betrifft Herzoperationen. Für die laufende Behandlung einer HCM, die in aller Regel aus Medikamenten und Kontrollterminen besteht, gilt die allgemeine Wartezeit von 30 Tagen.
Gentest auf HCM: was er zeigt und was nicht
Für die Maine Coon und die Ragdoll gibt es einen Gentest auf Mutationen im MYBPC3-Gen, bei der Maine Coon auf die Variante A31P, bei der Ragdoll auf R820W, die in manchen Quellen auch als R818W geführt wird. In Deutschland tragen 15,1 Prozent der getesteten Maine Coons die A31P-Variante. Für Britisch Kurzhaar und Sphynx ist ein erhöhtes Risiko beschrieben, ohne dass ein vergleichbarer Test zur Verfügung steht.
Der Test hat eine Grenze, die Sie kennen sollten. Ein positives Ergebnis erhöht das Risiko, garantiert die Erkrankung aber nicht, und ein negatives Ergebnis schließt sie nicht aus. Fachleute sprechen von unvollständiger Penetranz. Der Ultraschall bleibt deshalb die Untersuchung, die entscheidet.
Und jetzt der Teil, den Sie vor dem Test klären sollten. Ein positiver Gentest ist keine Diagnose, und ob ein Versicherer ihn trotzdem wie eine Vorerkrankung behandelt, legt keiner der geprüften Anbieter öffentlich fest. Sicher ist nur die andere Hälfte: Ein im Ultraschall bestätigter Befund gilt überall als Vorerkrankung.

Fragen Sie deshalb beim Wunschversicherer nach, wie er ein positives Genergebnis wertet, bevor Sie die Probe einschicken, und lassen Sie sich die Antwort in Textform geben. Verschweigen Sie ein vorliegendes Ergebnis nicht, wenn danach gefragt wird. Versicherer entscheiden solche Fälle einzeln, und eine unvollständige Angabe kostet Sie später den ganzen Schutz.
Die Reihenfolge lässt sich hier genauso steuern wie beim Ultraschall: Der Befund existiert ab dem Tag, an dem das Labor ihn meldet, nicht früher. Wenn Ihr Wunschversicherer die Frage nicht beantwortet oder ausweichend antwortet, schließen Sie vorher ab und testen Sie danach.
Wie wird HCM behandelt?
Behandelt werden bei HCM die Folgen der verdickten Herzwand: der Rückstau in die Lunge und das Risiko, dass sich im Vorhof ein Gerinnsel bildet. Welche Wirkstoffe Ihre Katze dafür bekommt, stellt die Praxis individuell ein.
Setzen Sie die Medikamente nie eigenmächtig ab, auch wenn es Ihrer Katze sichtbar besser geht. Die Besserung ist die Wirkung der Behandlung und kein Zeichen dafür, dass das Herz wieder in Ordnung wäre. Wie eng kontrolliert wird, entscheidet die Praxis anhand des Stadiums.
Welche Stadien hat HCM und wie lange lebt eine Katze damit?
Die Lebenserwartung hängt fast vollständig davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung gefunden wird. Das American College of Veterinary Internal Medicine unterscheidet fünf Stufen:
- Stadium A: Die Katze gehört zu einer gefährdeten Rasse, das Herz ist im Ultraschall unauffällig.
- Stadium B1: Im Ultraschall sind Veränderungen sichtbar, das Risiko für Komplikationen ist gering.
- Stadium B2: Deutliche Veränderungen, hohes Risiko für Herzversagen und Sattelthrombus.
- Stadium C: Die Katze hat oder hatte ein Herzversagen oder einen Sattelthrombus.
- Stadium D: Das Herzversagen spricht auf die übliche Medikation nicht mehr an.
Eine Katze, die im Stadium B1 entdeckt wird, kann Jahre mit guter Lebensqualität vor sich haben; eine Katze, die erst im Stadium C auffällt, hat einen erheblichen Teil dieser Zeit bereits hinter sich. Eine allgemeine Zahl in Monaten ist bei dieser Erkrankung unseriös, weil die Streuung zwischen zwei Katzen im selben Stadium enorm ist. Fragen Sie bei der Befundbesprechung nach dem Stadium und danach, in welchem Abstand kontrolliert werden soll.
Das Endstadium erkennen Sie nicht an einer Zahl, sondern daran, dass die Katze trotz Medikamenten wieder schwer atmet, nicht mehr frisst und sich zwischen den Episoden nicht mehr erholt. Ab diesem Punkt zählt allein die Lebensqualität, und die beurteilt niemand besser als die Praxis, die den Verlauf über Monate mitgesehen hat.
Was Sie ab heute konkret tun können
Vorbeugen lässt sich HCM nicht. Früh finden lässt sie sich sehr wohl, und das ist bei dieser Erkrankung der einzige Hebel, den Sie haben.
- Zuchtkatzen untersuchen lassen: Die Tierkardiologie der LMU München empfiehlt den Ultraschall bei Zuchttieren ab zwei Jahren bei Katern und ab drei bis vier Jahren bei Kätzinnen.
- Auch ohne Rassehintergrund: Lassen Sie beim nächsten Routinetermin das Herz abhören und sagen Sie dazu, wenn Ihre Katze im Schlaf schnell atmet. Zählen Sie die Atemzüge im Schlaf einmal über eine Minute, solange die Katze gesund ist. Dieser Ruhewert ist Ihr Vergleichsmaßstab, wenn später etwas auffällt.
- Beim Kittenkauf nach dem Ultraschallbefund der Elterntiere fragen, nicht nur nach dem Gentest. Ein seriöser Züchter legt beides unaufgefordert vor.
- Die Versicherung vor der ersten Herzuntersuchung abschließen, wenn Sie beides ohnehin vorhaben.
- Liegt schon ein Befund vor, nach dem Grenzwert fragen, ab dem Sie in der Praxis anrufen sollen, und ihn neben Ihren Ruhewert notieren.
- Jeden Befundbericht aufheben. Die Verlaufsmessung ist medizinisch wertvoll und im Leistungsfall das Dokument, auf das der Versicherer schaut.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Welche Medikamente Ihre Katze in welcher Dosierung bekommt, in welchem Abstand der Herzultraschall wiederholt wird und wie ein akuter Sattelthrombus behandelt wird, entscheidet ausschließlich die behandelnde Tierärztin oder der behandelnde Tierarzt.
Häufige Fragen zu HCM bei der Katze
Was ist HCM bei der Katze?
HCM steht für hypertrophe Kardiomyopathie, eine Erkrankung, bei der die Muskelwand der linken Herzkammer verdickt und die Kammer sich dadurch schlechter mit Blut füllt. Sie ist die häufigste Herzerkrankung der Katze und trifft je nach Studie 14,7 bis rund 30 Prozent aller Katzen. Nachweisen lässt sie sich nur im Herzultraschall.
Ab welchem Alter tritt HCM bei Katzen auf?
Ein festes Alter gibt es nicht, HCM kann bei jungen wie bei alten Katzen auftreten. Genau deshalb existiert für Zuchttiere eine Screening-Empfehlung ab zwei Jahren bei Katern und ab drei bis vier Jahren bei Kätzinnen: Bis dahin wäre ein unauffälliges Herz kein verlässliches Ergebnis, danach lohnt die jährliche Wiederholung.
Welche Katzenrassen sind besonders betroffen?
Maine Coon, Ragdoll, Britisch Kurzhaar und Sphynx gelten als die Rassen mit dem höchsten Risiko. Für Maine Coon und Ragdoll ist jeweils eine Mutation im MYBPC3-Gen beschrieben; in Deutschland tragen 15,1 Prozent der getesteten Maine Coons die Variante A31P. Hauskatzen ohne Stammbaum können HCM ebenfalls entwickeln, sie werden nur seltener gescreent.
Kann eine Katze mit HCM plötzlich sterben?
Ja. Der plötzliche Herztod ist bei HCM eine bekannte Verlaufsform und kann eintreten, bevor eine Katze jemals Symptome gezeigt hat. Auch ein Sattelthrombus tritt ohne Vorwarnung auf. Das ist der Grund, warum bei den gefährdeten Rassen ein Ultraschall am gesunden Tier empfohlen wird und nicht erst beim ersten Anzeichen.
Wann sollte man eine Katze mit HCM einschläfern?
Dafür gibt es keinen Stichtag und keinen Messwert. Ausschlaggebend ist, ob die Katze trotz optimal eingestellter Medikamente noch frisst, ruhig atmet und sich erholt. Wenn Atemnot trotz Behandlung wiederkehrt oder ein Sattelthrombus mit starken Schmerzen einhergeht, ist das der Zeitpunkt für ein ehrliches Gespräch über Lebensqualität. Führen Sie es vorher, nicht im Notdienst.
Zahlt die Versicherung, wenn HCM bereits diagnostiziert ist?
Nein. Eine vor Vertragsbeginn gestellte Diagnose ist bei allen geprüften Anbietern dauerhaft ausgeschlossen, und das gilt für die Medikamente ebenso wie für einen späteren Notfall. Versichern lassen sich dann nur noch alle anderen Erkrankungen, was sich bei einer jungen Katze weiterhin lohnen kann. Welche Tarife dafür infrage kommen, zeigt unser Überblick zur Katzenkrankenversicherung.
