Katzenschnupfen: Symptome, Behandlung und warum er wiederkommt


Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Das Wichtigste in Kürze

  • Katzenschnupfen wird in über 80 Prozent der Fälle von Herpes- oder Caliciviren ausgelöst, und das Herpesvirus bleibt nach der Genesung lebenslang in der Katze.
  • Rund 30 Prozent der genesenen Katzen scheiden das Herpesvirus später wieder aus, ohne dass ein Auslöser erkennbar ist.
  • Allein die allgemeine Untersuchung mit Beratung kostet je nach Gebührensatz 23,62 bis 70,86 Euro, Medikamente kommen obendrauf.
  • Teuer wird Katzenschnupfen nicht an einem Tag, sondern über Jahre, weil jeder Rückfall eine neue kleine Rechnung bringt.
  • Der günstigste Hebel ist die Impfung: Sie gehört bei jeder Katze dazu, auch bei reinen Wohnungskatzen.

Was ist Katzenschnupfen?

Katzenschnupfen bezeichnet eine Infektion der oberen Atemwege und der Augen, an der mehrere Erreger gleichzeitig beteiligt sein können. Der Fachbegriff lautet Katzenschnupfen-Komplex, und das Wort Komplex trägt die eigentliche Information: Sie behandeln hier selten nur einen Erreger.

Wer gerade aus der Praxis kommt, plant die nächsten zwei Wochen. Planen müssen Sie die nächsten Jahre, und genau das unterscheidet diese Krankheit von einem Infekt.

Den größten Anteil haben zwei Viren, das feline Herpesvirus (FHV-1) und das feline Calicivirus (FCV). Dazu kommen Bakterien, die von Anfang an beteiligt sind oder sich später auf die geschädigte Schleimhaut setzen: Chlamydophila felis, Bordetella bronchiseptica und Mycoplasma felis. Welcher davon im Spiel ist, entscheidet, ob ein Antibiotikum etwas ausrichtet und ob Ihre Katze danach gesund ist oder nur symptomfrei.

Welche Symptome hat Katzenschnupfen?

Katzenschnupfen zeigt sich zuerst an Augen und Nase. Im Anfangsstadium niest die Katze gehäuft, die Augen tränen, die Lider sind zusammengekniffen oder verklebt, der Nasenausfluss ist noch wässrig.

Typische Anzeichen im Verlauf:

  • Niesen in Serien, laufende Nase, später zäher oder eitriger Ausfluss
  • gerötete Bindehäute, verklebte Lider, Lichtscheu
  • Geschwüre auf Zunge, Zahnfleisch oder Nasenspiegel, vor allem bei Beteiligung des Calicivirus
  • Speicheln, Schluckbeschwerden, Fressunlust
  • Fieber, Abgeschlagenheit, Rückzug
  • Husten oder angestrengte Atmung, wenn die tiefen Atemwege betroffen sind

Sofort in die Praxis gehört Ihre Katze, wenn sie nicht mehr frisst oder trinkt oder schlecht Luft bekommt. Wer durch die verstopfte Nase nichts riecht, hört auf zu fressen, und die Austrocknung wird schneller gefährlich als die Infektion.

Notieren Sie vor dem Termin, seit wann die Symptome bestehen und ob Ihre Katze Kontakt zu fremden Tieren hatte. Ein Handyfoto der Augen am ersten und am dritten Tag zeigt den Verlauf besser als jede Beschreibung.

Wie stellt der Tierarzt Katzenschnupfen fest?

Die Diagnose stellt die Praxis meist klinisch, also über die Untersuchung von Augen, Nase und Maulhöhle, das Fiebermessen und das Abtasten der Lymphknoten. Für die erste Behandlung reicht das. Welcher Erreger dahintersteckt, klärt erst ein Abstrich von Bindehaut oder Rachen, der im Labor per PCR untersucht wird.

Verlangen sollten Sie ihn, wenn mehrere Katzen im Haushalt leben oder die Symptome wiederkommen, und gleich auch seine Aufnahme in den Befundbericht. Tränende Augen und Niesen gehören zu vielen Katzenkrankheiten; beim nächsten Schub wissen Sie so, ob es derselbe Erreger ist.

Wie wird Katzenschnupfen behandelt?

Behandelt werden die Symptome und die bakterielle Beteiligung, nicht das Virus selbst. Ein Mittel, das Herpes- oder Caliciviren aus dem Körper entfernt, gibt es nicht.

In der Praxis heißt das: Augensalbe gegen die Bindehautentzündung, ein Antibiotikum bei bakterieller Beteiligung, Flüssigkeit unter die Haut bei beginnender Austrocknung, dazu Fieber- und Schmerzmittel. Schwere Verläufe werden stationär betreut.

Zu Hause können Sie den Verlauf spürbar erleichtern:

  • Feuchte Luft anbieten, etwa im Bad nach dem Duschen, damit sich das Sekret löst
  • Nase und Augen mehrmals täglich mit warmem Wasser und einem weichen Tuch säubern
  • Futter anwärmen und stark riechende Sorten anbieten, damit die Katze trotz verstopfter Nase frisst
  • Für Ruhe, Wärme und einen leicht erreichbaren Wassernapf sorgen
  • Die erkrankte Katze von anderen Katzen trennen, solange sie Symptome zeigt

Hausmittel verkürzen den Verlauf nicht. Sie halten Ihre Katze am Fressen und Trinken, und daran entscheidet sich, ob aus dem Infekt ein Notfall wird.

Was kostet die Behandlung von Katzenschnupfen?

Eine allgemeine Untersuchung mit Beratung kostet in Deutschland zwischen 23,62 Euro und 70,86 Euro, je nach Gebührensatz, den die Praxis ansetzt. Vorgerechnet ist diese Spanne im Merkblatt der Bundestierärztekammer für Tierhalter.

Diese Position ist nur der Eintritt. Abstrich, Augensalbe, Antibiotikum, Infusion und Kontrolltermin stehen danach jeweils einzeln auf der Rechnung. Einen Pauschalpreis für einen Katzenschnupfen-Fall veröffentlicht niemand.

Für die eigentlich entscheidende Zahl gibt es keine Quelle: was Katzenschnupfen über ein Katzenleben kostet. Keine einzelne Rechnung tut weh, und darin liegt der Unterschied zu den großen Einzelposten, an denen sich die üblichen Tierarztkosten bei der Katze orientieren.

Rechnen Sie es deshalb einmal selbst durch. Zwei Untersuchungen im Jahr sind zum einfachen Satz 47,24 Euro, Medikamente kommen obendrauf. Zwanzig Prozentpunkte mehr Erstattung bringen Ihnen darauf 9,45 Euro im Jahr, ein um zwei Euro höherer Monatsbeitrag kostet Sie 24 Euro.

Diese Tarife passen zu einem Verlauf mit Rückfällen

Wichtig vorab: Steht die Diagnose Ihrer Katze schon in der Akte, ändert ein neuer Vertrag daran nichts mehr, denn sie gilt dann dauerhaft als Vorerkrankung. Entscheidend ist er dann für die anderen Katzen im Haushalt und für die nächste. Eine solche Rechnungskette trägt ohnehin nur eine echte Krankenversicherung, denn ein reiner OP-Schutz zahlt hier nichts. Ausgewählt haben wir danach, was Sie pro Rechnung selbst tragen und was der Beitrag über die Jahre kostet.

TarifBeitrag abFür wen bei Katzenschnupfen
Dalma15,99 Euro im MonatHalter, die ihren Eigenanteil je Rechnung selbst einstellen wollen
DA Direkt Comfort29,90 Euro im MonatHaushalte, in denen gerade eine weitere Katze dazukommt
HanseMerkur14,28 Euro im MonatHalter, die über viele Jahre den niedrigsten Beitrag wollen

Dalma: Sie legen Ihren Eigenanteil selbst fest

Sie stellen die Erstattungsquote bei Dalma einmal zwischen 60 und 100 Prozent ein und zahlen den Rest an jedem Termin mit. Kein anderer der drei Tarife legt Ihnen diese Entscheidung offen auf den Tisch.

Wer die Quote hoch ansetzt, zahlt monatlich mehr und bei jedem Schub weniger. Nach der Rechnung oben lohnt sich diese Richtung erst, wenn die Beträge über zwei Untersuchungen im Jahr hinauswachsen, etwa bei einem schweren Verlauf mit stationärer Betreuung. Der Schutz mit konservativer Heilbehandlung beginnt bei 15,99 Euro im Monat.

Dalma Katzenkrankenversicherung
Erstattungsquote selbst festlegen und den Monatsbeitrag für Ihre Katze durchrechnen.

DA Direkt: Schutz ohne Wartezeit

Marktüblich sind 30 Tage Wartezeit auf die Heilbehandlung, ein heute unterschriebener Vertrag hilft dem laufenden Schub also nicht; DA Direkt verzichtet nach eigenen Angaben in allen Tarifen darauf. Das entscheidet, wenn eine zweite Katze einzieht oder Ihr Tier gerade Kontakt zu einem infizierten Tier hatte: Die Ansteckung passiert in Tagen.

Der Einstiegstarif Comfort kostet 29,90 Euro im Monat.

DA Direkt Katzenkrankenversicherung
Leistungsumfang der drei Tarife ansehen, Versicherungsschutz ab dem ersten Tag.

HanseMerkur: der günstigste veröffentlichte Einstieg

Den niedrigsten veröffentlichten Einstieg der drei nennt HanseMerkur mit 14,28 Euro im Monat. Dahinter steht ein Beispiel, keine Zusage: eine einjährige Europäisch Kurzhaar als Wohnungskatze, gerechnet mit 500 Euro Selbstbeteiligung.

Weil die einzelnen Rechnungen bei dieser Krankheit klein bleiben, entscheidet der Monatsbeitrag über die Jahre mehr als die Erstattungsquote. Genau dafür ist dieser Tarif der Kandidat. Eine Grenze sollten Sie kennen: Aufgenommen werden Katzen nur bis zum achten Lebensjahr.

HanseMerkur Katzenkrankenversicherung
Startbeitrag und Tarifbedingungen für Ihre Katze vergleichen.

Warum Katzenschnupfen wiederkommt

Katzenschnupfen kommt wieder, weil sich das feline Herpesvirus nach der Genesung in die Nervenknoten des Trigeminusnervs zurückzieht und dort lebenslang bleibt, ohne Symptome zu machen und ohne dass ein Test es findet. Dieser latente Verbleib im Nervengewebe ist der Grund, warum das Wort „geheilt“ bei dieser Krankheit in die Irre führt.

Wieder aktiv wird das Virus auf zwei Wegen. Rund 30 Prozent der genesenen Katzen scheiden es spontan wieder aus, ohne erkennbaren Auslöser. Bei den übrigen genügt Stress: ein Umzug, eine neue Katze im Haushalt, eine Trächtigkeit, eine Operation, manchmal schon der Transport zur Praxis.

Chronischer Katzenschnupfen beschreibt meist genau diese Kette: Schübe mit ruhigen Phasen dazwischen, dazu eine Schleimhaut, die bei jedem Schub etwas mehr Schaden nimmt. Deshalb sind spätere Episoden oft hartnäckiger als die erste.

Führen Sie eine kurze Liste mit Datum und Anlass jedes Schubs. Nach zwei, drei Einträgen sehen Sie das Muster, und Sie können die Auslöser, die Sie beeinflussen können, vor den nächsten belastenden Termin legen. Der Praxis nimmt die Liste außerdem das Raten ab, ob es sich um einen Rückfall oder um eine neue Infektion handelt.

Zahlt die Katzenversicherung bei Katzenschnupfen?

Eine Katzenkrankenversicherung erstattet Untersuchung, Medikamente und Kontrolltermine bei Katzenschnupfen anteilig. Der günstigere OP-Schutz, den viele Halter als Grundabsicherung kaufen, greift dagegen nie: Diese Krankheit wird konservativ behandelt, operiert wird praktisch nie.

Beim Tarifvergleich gilt für diese Krankheit eine eigene Rangfolge. Achten Sie auf die Erstattungsquote und eine mögliche Selbstbeteiligung, und zahlen Sie keinen Aufpreis für eine hohe Jahreshöchstsumme: Mit Augensalbe und Kontrollterminen reizen Sie die nie aus. Den Eigenanteil an jeder einzelnen Rechnung tragen Sie dagegen ein Katzenleben lang.

Die Impfung ist der günstigste Hebel, den Sie haben

Die Impfung ist die einzige Position in dieser ganzen Rechnung, die Sie selbst planen können. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) führt die Impfung gegen das Herpesvirus als Core-Impfung, also als eine der Impfungen, die jede Katze unabhängig von ihrer Haltung bekommen sollte. Das schließt reine Wohnungskatzen ein, weil die Erreger an Schuhen und Kleidung in die Wohnung kommen.

Der Ablauf ist die Grundimmunisierung im Kittenalter, danach eine Auffrischung im Abstand von ein bis drei Jahren. Den genauen Rhythmus legt die Praxis anhand von Alter, Haltung und Vorgeschichte fest.

Erwarten Sie davon allerdings keinen Rundumschutz. Eine geimpfte Katze kann sich anstecken, und eine Katze, die das Virus bereits trägt, wird es durch eine Impfung nicht mehr los. Was sie leistet, ist ein milderer Verlauf, und milder heißt bei dieser Krankheit: weniger Termine. Jeder Schub, der ausbleibt, spart Ihnen 23,62 bis 70,86 Euro allein für die Untersuchung, bevor ein einziges Medikament auf der Rechnung steht. Was eine Impfung kostet, wissen Sie dagegen vorher und können es einplanen.

Ein Detail, das beim Vertragsabschluss gern untergeht: In vielen Tarifen wird die Impfung aus einem separaten Vorsorgebudget bezahlt, das jährlich begrenzt ist und getrennt vom Krankheitsschutz läuft. Prüfen Sie diese Position, bevor Sie unterschreiben, und lassen Sie sich jede Auffrischung in den Impfpass eintragen.

Ist Katzenschnupfen für andere Katzen ansteckend?

Ja, und zwar deutlich. Die Übertragung läuft direkt über Niesen, Speichel und Augensekret und indirekt über Hände, Kleidung, Näpfe, Decken und Bürsten.

Die Ausscheidung beginnt etwa 24 Stunden nach einer Infektion und hält ein bis drei Wochen an. In dieser Zeit ist Ihre Katze für andere Katzen eine Ansteckungsquelle, auch wenn es ihr schon wieder besser geht. Und eine Katze, die das Herpesvirus lebenslang trägt, kann andere Tiere später erneut anstecken, wenn sie das Virus wieder ausscheidet.

Im Mehrkatzenhaushalt heißt das praktisch: getrennte Näpfe und wenn möglich eine eigene Katzentoilette, Hände waschen zwischen den Tieren, kein gemeinsames Spielzeug während der akuten Phase. Eine neue Katze ziehen Sie erst nach dem Abklingen der Symptome zusammen, und auch dann in Etappen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Ob Ihre Katze ein Antibiotikum, eine Augensalbe oder eine Infusion braucht, ob ein Abstrich sinnvoll ist und wie ein Rückfall behandelt wird, entscheidet die behandelnde Praxis anhand des Befundes.

Häufige Fragen zu Katzenschnupfen

Ist Katzenschnupfen für Menschen ansteckend?

Die beiden Hauptverursacher, das feline Herpesvirus und das feline Calicivirus, sind auf Katzen spezialisierte Erreger und springen nicht auf den Menschen über. Sie können sich bei Ihrer Katze also nicht anstecken. Waschen Sie sich nach dem Umgang mit einem erkrankten Tier trotzdem die Hände: Sie tragen die Erreger sonst an Händen und Kleidung zur nächsten Katze weiter.

Ist Katzenschnupfen heilbar?

Die akute Erkrankung ist gut behandelbar, virusfrei wird die Katze aber nicht. In über 80 Prozent der Fälle stecken das feline Herpesvirus oder das feline Calicivirus dahinter, und das Herpesvirus bleibt nach dem Abklingen lebenslang im Körper. Ihre Katze kann jahrelang beschwerdefrei sein, bleibt aber Virusträgerin und kann jederzeit einen erneuten Schub bekommen.

Geht Katzenschnupfen von alleine wieder weg?

Ein sehr milder Verlauf kann ohne Behandlung abklingen, aber darauf sollten Sie es nicht ankommen lassen. Eine Katze, die durch die verstopfte Nase nichts riecht, hört auf zu fressen und trocknet aus, und Hornhautgeschwüre am Auge können bleibende Schäden hinterlassen. Spätestens wenn Ihre Katze das Fressen einstellt, gehört sie noch am selben Tag in die Praxis.

Was bedeutet Endstadium bei Katzenschnupfen?

Ein Endstadium im medizinischen Sinn gibt es bei Katzenschnupfen nicht, die Krankheit ist keine fortschreitende Erkrankung mit festen Stadien. Gemeint ist in der Regel ein schwerer, unbehandelter Verlauf: Die Katze frisst und trinkt nicht mehr, ist stark ausgetrocknet, hat offene Geschwüre im Maul oder am Auge und atmet angestrengt. Dieser Zustand ist ein Notfall und kein Endpunkt, den man abwarten müsste.

Lohnt sich eine Katzenversicherung allein wegen Katzenschnupfen?

Nein, dafür bleiben die einzelnen Rechnungen zu klein: Zwei Untersuchungen im Jahr summieren sich zum einfachen Satz auf 47,24 Euro, und jeder Tarif kostet im Jahr ein Vielfaches davon. Sinnvoll ist der Vertrag, weil er alles Weitere abdeckt, was einer Katze über ein Katzenleben zustößt, und weil Katzenschnupfen die Krankheit ist, die Sie ohnehin regelmäßig in die Praxis bringt. Welche Tarife die laufende Heilbehandlung einschließen, steht in unserem Überblick zur Katzenkrankenversicherung.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert