Katzenversicherung trotz Vorerkrankung: 5 Anbieter im Vergleich


Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Anbieter, die beim Abschluss auf Gesundheitsfragen verzichten, nehmen Ihre Katze auch mit einer Diagnose in der Akte an, ob chronische Niereninsuffizienz, FORL oder ein positiver FIV-Test. Bezahlt wird die Behandlung dieser Erkrankung deshalb trotzdem nicht. Eine Katzenversicherung mit Vorerkrankung, die ganz ohne Gesundheitsfragen zustande kommt, kostet ab 15,99 Euro im Monat, und was Sie dafür bekommen, ist Schutz für alles, was noch nicht in der Akte steht. Wer gerade aus der Praxis kommt, muss also zwei Dinge auseinanderhalten, die auf Anbieterseiten gern in einem Satz landen. Und weil ein Teil der Versicherer eine bekannte Diagnose komplett ablehnt und ein anderer gar nicht erst fragt, entscheidet die Reihenfolge Ihrer Anträge darüber, welchen Vertrag Sie am Ende bekommen.

Katzenversicherung mit Vorerkrankung: fünf Anbieter im Vergleich

Dalma: Aufnahme ohne Risikoprüfung, Erstattung bis 100 Prozent

Dalma stellt beim Abschluss keine Gesundheitsfragen und lehnt eine Katze nicht wegen ihrer Krankengeschichte pauschal ab. Damit fällt die Hürde weg, an der bei anderen Anbietern der Antrag scheitert. Wie viel der Rechnung erstattet wird, legen Sie selbst fest, die Spanne reicht von 80 bis 100 Prozent, und eine feste Selbstbeteiligung sieht der Tarif nicht vor. Zwei Dinge gehören dazugesagt: Die Erkrankung, die bereits im Befund steht, bleibt ausgenommen, und Dalma rechnet im Standardprozess nicht direkt mit der Praxis ab. Für alles andere, von der Zahnsanierung bis zum Harnwegsverschluss, greift der Vertrag nach Ablauf der Wartezeiten.

Antrag ohne Gesundheitsfragen
Dalma nimmt Ihre Katze ohne Risikoprüfung auf und überlässt Ihnen die Erstattungshöhe bis hinauf zu 100 Prozent. Eine feste Selbstbeteiligung gibt es nicht.

Petolo: Katzentarif ab 22,90 Euro, auch mit Diagnose in der Akte

Petolo formuliert es auf der eigenen Ratgeberseite unmissverständlich: Der Abschluss läuft ohne Gesundheitsfragen, und auch Katzen mit Vorerkrankungen sind versicherungsfähig. Die Katzen-Krankenversicherung beginnt bei 22,90 Euro im Monat im Tarif Komfort, Premium bei 30,90 Euro und Premium Plus bei 40,90 Euro. Im Komfort-Tarif werden bis zu 80 Prozent der Rechnung erstattet, in Premium und Premium Plus bis zu 100 Prozent. Eine Selbstbeteiligung gehört dazu: 40 Prozent im Komfort, 20 Prozent im Premium, keine im Premium Plus, wobei die Nutzung des Online-Tierarztes den Eigenanteil in den beiden unteren Stufen jeweils senkt. Eine Behandlung, die vor Vertragsbeginn schon lief, zahlt Petolo nicht. Nach eigenen Angaben besteht keine Wartezeit, der Schutz beginnt am ersten Tag; direkt mit der Tierarztpraxis abgerechnet wird nicht.

Katzenschutz ab 22,90 Euro im Monat
Petolo fragt beim Abschluss nicht nach dem Gesundheitszustand und versichert auch Katzen, bei denen bereits etwas diagnostiziert wurde.

Lassie: Katzen-Krankenschutz ab 10,67 Euro und Rückschau über 24 Monate

Lassie prüft den Gesundheitszustand verkürzt, aber nicht gar nicht. Maßgeblich sind die 24 Monate vor Vertragsbeginn: Was in diesem Zeitraum behandelt wurde, ist zunächst ausgeschlossen, kommt nach Ziffer 4c der Bedingungen aber wieder in den Schutz, sobald die Katze 24 Monate symptomfrei und unbehandelt geblieben ist. Für einen abgeklungenen Harnwegsinfekt oder eine verheilte Fraktur führt dieser Weg tatsächlich zurück in die volle Deckung. Der Katzen-Krankenschutz Mini beginnt bei 10,67 Euro im Monat, Midi bei 17,07 Euro und Maxi bei 21,81 Euro; den reinen OP-Schutz berechnet Lassie individuell nach Alter und Haltungsform.

Der Weg zurück in den vollen Schutz
Lassie nimmt eine ausgeheilte Erkrankung nach 24 symptomfreien Monaten wieder in die Deckung auf. Der Katzen-Krankenschutz beginnt bei 10,67 Euro im Monat.

SantéVet: Ausschluss mit Ablaufdatum statt auf Dauer

SantéVet verlangt vor dem Abschluss keinen Gesundheitsfragebogen und holt nur in Ausnahmefällen ergänzende Auskünfte bei der behandelnden Praxis ein. Der Unterschied zum übrigen Markt liegt in der Befristung: Gesundheitsprobleme, die in den zwölf Monaten vor Vertragsbeginn behandelt wurden, sind in den ersten 24 Vertragsmonaten ausgeschlossen, danach nicht mehr. Wenn Sie heute abschließen und die Katze stabil bleibt, gibt es also ein Datum, an dem der Ausschluss endet. Die Katzentarife liegen bei 28,45 Euro für Cat Indoor, 35,57 Euro für Comfort und 48,76 Euro für Premium.

Ausschluss mit Ablaufdatum
Bei SantéVet gilt der Ausschluss für vorbehandelte Probleme 24 Monate, danach zahlt der Vertrag auch dafür. Einen Gesundheitsfragebogen füllen Sie nicht aus.

BarmeniaGothaer: unbegrenzte OP-Leistungen in allen Tarifen

BarmeniaGothaer gehört zu den Anbietern, bei denen der Abschluss mit bekannter Vorerkrankung nicht möglich ist. Die Antragsprüfung nennt unter anderem Epilepsie, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Allergien und Tumore, dazu Symptome, die länger als acht Wochen bestehen, und Operationen aus den vergangenen sechs Monaten. Steht davon nichts in der Akte, bekommen Sie hier viel Vertrag: Operationen sind in allen vier Tarifen ohne Jahreshöchstbegrenzung versichert, und die Selbstbeteiligung ist optional: 20 Prozent je Rechnung, höchstens aber 250 Euro für alle gleichzeitig eingereichten Rechnungen. Die Katzentarife beginnen bei 22,74 Euro und reichen bis 71,91 Euro im Monat. Wenn Ihre Katze noch gesund ist, gehört BarmeniaGothaer auf Ihre Liste, und zwar jetzt und nicht nach dem nächsten Befund.

Volle OP-Deckung für die gesunde Katze
Solange in der Krankenakte nichts steht, sichern Sie sich hier Operationen ohne Jahreshöchstbegrenzung in jedem Tarif, mit optionaler Selbstbeteiligung von höchstens 250 Euro.

Ohne Gesundheitsfragen heißt nicht ohne Ausschluss

Gesundheitsfragen sind eine Aufnahmeprüfung. Sie entscheiden darüber, ob ein Versicherer Ihre Katze überhaupt annimmt, und nicht darüber, was er später bezahlt. Was bezahlt wird, regeln die Bedingungen, und dort steht bei praktisch jedem deutschen Anbieter derselbe Grundsatz: Krankheiten, die bei Versicherungsbeginn bereits vorhanden waren, sind nicht versichert. Nachlesen lässt sich das bei jedem Anbieter in den eigenen Bedingungen, auch bei denen ohne Fragebogen: Petolo etwa erstattet ausdrücklich keine Behandlung, die vor Vertragsbeginn bereits lief.

Ein Abschluss ohne Gesundheitsfragen bedeutet also: keine Risikoprüfung vorab, kein abgelehnter Antrag, keine Rückfrage zur Krankenakte. Er bedeutet nicht, dass die vorhandene Erkrankung mitversichert ist. Die Verbraucherzentrale formuliert es nüchtern: Versichert werden grundsätzlich nur gesunde Tiere, und bei Vorerkrankungen oder höherem Alter verlangen die Anbieter mitunter ein tierärztliches Gutachten.

Wertlos ist der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung trotzdem nicht, im Gegenteil. Eine achtjährige Kätzin mit CNI kann sich morgen einen Zahn abbrechen, eine Pankreatitis entwickeln oder beim Freigang unter ein Auto kommen. Nichts davon hängt mit der Niere zusammen, und alles davon ist versichert.

Vorerkrankung bei der Katze: was darunter fällt

Als Vorerkrankung gilt jede Krankheit, Verletzung oder Auffälligkeit, die vor Vertragsbeginn bestand, unabhängig davon, ob sie damals schon einen Namen hatte. Genau daran scheitern Leistungsanträge im Nachhinein: Versicherer gehen vom ersten dokumentierten Befund aus, und der liegt oft Monate vor der Diagnose. Steht im Juli „trinkt auffällig viel“ in der Patientenakte und wird die Niereninsuffizienz im Oktober bestätigt, zählt der Juli.

Chronisch und dauerhaft in der Akte sind bei Katzen vor allem diese Diagnosen:

  • chronische Niereninsuffizienz (CNI), oft als Nierenschwäche bezeichnet
  • Hyperthyreose, die Schilddrüsenüberfunktion der älteren Katze
  • FORL, die feline odontoklastische resorptive Läsion an den Zahnhälsen
  • Diabetes mellitus, felines Asthma und die Herzmuskelerkrankung HCM
  • Pankreatitis, häufig in Schüben
  • FIV und FeLV, die beide lebenslang bestehen bleiben

Akute Fälle liegen anders. Ein Harnwegsverschluss beim Kater, ein Abszess, eine verheilte Fraktur: Sind sie abgeschlossen und ausgeheilt, ist der Ausschluss bei einigen Anbietern zeitlich begrenzt. Wie weit dafür zurückgeschaut wird, unterscheidet sich deutlich. SantéVet sieht sich die letzten zwölf Monate an, Lassie die letzten 24.

Angeborene und rassetypische Erkrankungen

Angeborene und genetisch bedingte Defekte stehen in vielen Bedingungswerken auf einer eigenen Liste. Sie fallen auch dann heraus, wenn sie bei Vertragsbeginn noch niemand bemerkt hatte, weil es nicht auf den Zeitpunkt der Diagnose ankommt, sondern auf die Anlage. Wer eine Rassekatze versichert, sollte diesen Passus lesen, bevor er Beiträge vergleicht.

Vertragsmodelle bei Vorerkrankung: was welcher Anbieter macht

Fünf Modelle sind am deutschen Markt im Umlauf, und welches ein Anbieter fährt, steht selten auf der Startseite:

ModellWas im Vertrag passiertAnbieter
Keine Prüfung, Ausschluss erst im LeistungsfallAntrag ohne Gesundheitsfragen, die bekannte Erkrankung wird später nicht erstattetDalma, Petolo, DA Direkt
Befristeter Ausschlussin den zwölf Monaten vor Abschluss behandelte Probleme sind 24 Monate ausgeschlossen, danach nicht mehrSantéVet
Rückschau mit WiedereinschlussPrüfung über 24 Monate, Rückkehr in den Schutz nach 24 symptomfreien MonatenLassie
Prüfung vorweg, dann RegelwartezeitGesundheitsuntersuchung ab dem vierten Lebensjahr oder bei bekanntem Befund, Leistungsbeginn nach drei bzw. sechs MonatenHelvetia, Uelzener
AblehnungAbschluss bei bekannter Vorerkrankung nicht möglichBarmeniaGothaer, HanseMerkur

Für Sie heißt das: Zwei Anbieter mit fast identischem Monatsbeitrag können bei derselben Katze zu einem Vertrag und zu einer Absage führen. Der Beitrag ist bei einer Vorerkrankung das zweitwichtigste Kriterium.

In welcher Reihenfolge Sie den Antrag stellen

Die Reihenfolge ist der Teil, den Sie tatsächlich steuern können. Sie entscheidet, ob Sie am Ende bei einem Anbieter mit strenger Prüfung und hoher Deckung landen oder bei einem ohne Prüfung, aber mit Ausschluss.

  1. Lassen Sie sich die Behandlungshistorie der letzten 24 Monate aus der Praxis geben. Das ist der längste Rückschauzeitraum, den die hier genannten Anbieter ansetzen.
  2. Sortieren Sie jede Position: abgeschlossen und ausgeheilt oder chronisch und laufend. Nur die zweite Gruppe ist ein echtes Problem.
  3. Ist nichts Chronisches dabei, beantragen Sie zuerst dort, wo geprüft wird: BarmeniaGothaer, HanseMerkur, Helvetia oder Uelzener geben Ihnen den umfassenderen Vertrag, solange die Akte das hergibt. Lassie können Sie parallel anfragen, dort führt die Rückschau nicht zur Ablehnung, sondern nur zu einem befristeten Ausschluss.
  4. Steht eine chronische Diagnose fest, sparen Sie sich diesen Umweg und gehen direkt zu den Anbietern ohne Gesundheitsfragen. Ein abgelehnter Antrag kostet Wochen, in denen die Katze unversichert bleibt.
  5. Warten Sie den nächsten Kontrolltermin nicht ab. Jeder weitere Eintrag in der Akte verkleinert den Kreis der Anbieter, die noch infrage kommen.

Falsch beantwortete Gesundheitsfragen: die Folgen nach § 19 VVG

Wo gefragt wird, gilt die vorvertragliche Anzeigepflicht. Bei einer Verletzung dieser Pflicht räumt § 19 VVG dem Versicherer den Rücktritt vom Vertrag, die Kündigung oder eine rückwirkende Vertragsänderung ein. Auffallen wird eine falsche Angabe meist im teuersten Moment, nämlich dann, wenn die erste größere Rechnung eingereicht und die Krankengeschichte geprüft wird. Wer unsicher ist, ob ein Praxisbesuch angegeben gehört, gibt ihn an. Ein einzelner Leistungsausschluss ist ärgerlich, ein rückabgewickelter Vertrag nach Jahren Beitragszahlung ist deutlich teurer.

Wartezeiten und wann eine ausgeheilte Erkrankung wieder zählt

Die Wartezeit hat mit der Vorerkrankung zunächst nichts zu tun: Sie läuft ab Vertragsbeginn und gilt für alles Neue. Laut Verbraucherzentrale sind bei Krankheit drei Monate der Marktstandard, bei Unfall entfällt die Frist meist. Die Spanne zwischen den Anbietern ist groß: Lassie setzt 30 Tage an und bei Unfall zwei Tage, BarmeniaGothaer ebenfalls 30 Tage und bei Unfall gar keine, Petolo nennt für Katzen den ersten Tag. Wer erst nach einer Diagnose abschließt, steht damit im ungünstigsten Fall noch ein Vierteljahr ohne jede Leistung da. Ob ein Sofortschutz diese Lücke schließt, erklärt unser Ratgeber zur Katzenversicherung ohne Wartezeit.

Für einzelne Diagnosen gelten längere Fristen, und die treffen genau die Katzenprobleme, um die es hier geht. Bei Lassie sind FORL-Behandlungen erst nach 18 Monaten Vertragslaufzeit gedeckt. Helvetia verlangt ab dem vierten Lebensjahr eine Gesundheitsuntersuchung und leistet regulär nach drei Monaten, für bestimmte Erkrankungen nach sechs.

Der Wiedereinschluss funktioniert danach über zwei verschiedene Uhren, und der Unterschied ist entscheidend. Bei Lassie beginnt die Frist mit dem letzten Symptom und der letzten Behandlung: 24 Monate ohne beides, dann ist die Erkrankung wieder versichert. Bei SantéVet läuft die Uhr ab Vertragsbeginn und endet nach 24 Monaten unabhängig davon, wann das Problem zuletzt behandelt wurde. Für eine Katze, deren Blasenentzündung vor einem Jahr ausgeheilt ist, ist Lassie schneller wieder in der Deckung; für eine, die noch bis kurz vor Abschluss behandelt wurde, ist SantéVet der berechenbarere Weg.

Rechnet sich der Abschluss, wenn eine Diagnose schon feststeht?

Die Antwort hängt daran, was eine Katze in den Jahren nach der ersten Diagnose sonst noch bekommt. Die typischen Posten:

  • FORL: Zahnröntgen 100 bis 250 Euro, einfache Extraktion 10 bis 30 Euro je Zahn, eine komplette Sanierung 1.400 bis 2.000 Euro je nach Aufwand
  • CNI: großes Blutbild 50 bis 100 Euro, kleines Blutbild zur Verlaufskontrolle 20 bis 60 Euro, laufende Medikation 20 bis 50 Euro im Monat
  • Hyperthyreose: Radiojodtherapie oder Thyreoidektomie 1.000 bis 2.000 Euro, medikamentöse Dauertherapie rund 30 Euro im Monat
  • Harnwegsverschluss beim Kater: 300 bis 700 Euro im unkomplizierten Fall, 1.000 bis über 1.500 Euro mit OP und Klinikaufenthalt, danach 40 bis 100 Euro im Monat
  • Ultraschall eines einzelnen Organs: 60 bis 150 Euro

Der Vertrag zahlt die Diagnose nicht, die schon feststeht. Er zahlt die nächste. Bei 22,90 Euro im Monat sind das 274,80 Euro im Jahr, und eine einzige Zahnsanierung am unteren Rand der Spanne kostet mehr als fünf Jahresbeiträge. Erstattet wird davon nicht alles: Im Komfort-Tarif für 22,90 Euro liegt die Quote bei bis zu 80 Prozent und der Eigenanteil bei 40 Prozent, gestrichen ist er erst im Premium Plus für 40,90 Euro. Eine Katze, die mit acht Jahren eine Niereninsuffizienz bekommt, lebt danach oft noch Jahre, und in diesen Jahren kommen Zähne, Schilddrüse und Harnwege dazu. Wie sich Beitrag und Aufnahme mit dem Alter verändern, zeigt unser Ratgeber zur Katzenversicherung für ältere Katzen. Das sind eigenständige Diagnosen, und sie sind versichert.

Unsere Position dazu ist eindeutig: Der Abschluss lohnt sich in fast jedem Fall, in dem die Katze noch Jahre vor sich hat. Er lohnt sich nicht, wenn Sie ihn ausschließlich wegen der bereits diagnostizierten Erkrankung erwägen. Dafür wird kein deutscher Vertrag zahlen, auch keiner ohne Gesundheitsfragen.

Was beim Anbieterwechsel mit bestehender Diagnose passiert

Ein Wechsel setzt die Uhr zurück. Der neue Versicherer schaut zwölf oder 24 Monate in die Krankenakte, und wo gar nicht geprüft wird, holt die bekannte Diagnose Sie spätestens bei der ersten Rechnung ein: Was der alte Vertrag jahrelang anstandslos erstattet hat, ist beim neuen eine Vorerkrankung. Wer allein wegen eines günstigeren Beitrags wechselt, verliert unter Umständen die Deckung für genau die Erkrankung, die den bisherigen Vertrag wertvoll gemacht hat, weshalb sich vor der Kündigung ein Blick in unseren Katzenversicherung Vergleich lohnt.

Zwei Regeln daraus: Kündigen Sie den bestehenden Vertrag erst, wenn die Annahme des neuen schriftlich vorliegt. Und rechnen Sie einen Wechsel nur, solange die Akte sauber ist. Nach der ersten chronischen Diagnose ist der bestehende Vertrag in der Regel mehr wert als jeder Beitragsvorteil.

Häufige Fragen zur Katzenversicherung mit Vorerkrankung

Welche Katzenversicherung verzichtet auf Gesundheitsfragen?

Dalma und Petolo stellen beim Abschluss keine Gesundheitsfragen, DA Direkt nimmt Katzen mit bestehenden Erkrankungen an und schließt allein deren Behandlung aus, und SantéVet verschickt keinen Fragebogen, sondern fragt in Ausnahmefällen bei der behandelnden Praxis nach. Dalma nennt für den Katzen-Krankenschutz 15,99 Euro im Monat als Startpreis, Petolo für den Komfort-Tarif 22,90 Euro. Die bereits diagnostizierte Erkrankung erstattet allerdings auch keiner dieser Verträge.

Wird eine bereits diagnostizierte Niereninsuffizienz noch versichert?

Nein, die CNI selbst und alle Behandlungen, die damit zusammenhängen, bleiben ausgeschlossen. Das gilt für Blutbilder zur Verlaufskontrolle (20 bis 60 Euro) ebenso wie für die Dauermedikation. Versichert bleibt alles, was nichts mit der Niere zu tun hat: die Zahnsanierung, der Harnwegsverschluss, der Unfall beim Freigang.

Bekomme ich eine Versicherung, wenn meine Katze FIV- oder FeLV-positiv ist?

Bei Anbietern mit Antragsprüfung entscheidet der Katalog der abgefragten Diagnosen. BarmeniaGothaer schließt den Abschluss bei chronischen Erkrankungen aus, die länger als acht Wochen bestehen, HanseMerkur verlangt ein bei Antragstellung gesundes Tier. Eine dauerhafte Infektion wie FIV oder FeLV fällt damit unter die Umstände, die im Antrag anzugeben sind. Bei Dalma und Petolo kommt der Vertrag ohne diese Prüfung zustande. Behandlungen, die sich auf die Infektion zurückführen lassen, zahlt aber keiner dieser Verträge.

Zahlt die Versicherung, wenn die Krankheit erst nach Vertragsbeginn erkannt wird?

Entscheidend ist, ob vor Vertragsbeginn bereits Symptome in der Patientenakte dokumentiert waren. Ein Eintrag wie vermehrtes Trinken oder Gewichtsverlust reicht aus, um eine später gestellte Diagnose als vorvertraglich einzustufen. Ohne solchen Eintrag zahlt die Versicherung nach Ablauf der Wartezeit.

Gibt es eine OP-Versicherung für die Katze trotz Vorerkrankung?

Ja. Lassie verkauft den Katzen-OP-Schutz einzeln und berechnet den Beitrag nach Alter und Haltungsform, Petolo bietet OP-Schutz ebenfalls separat an. Die Ausschlussregeln sind dieselben wie in der Krankenversicherung, gedeckt sind also alle Operationen, die nicht mit der bekannten Diagnose zusammenhängen.


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