Hundekrankheiten: Symptome, Behandlung und was sie wirklich kostet

Hundekrankheiten

Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Durchfall, ein humpelndes Bein, ein juckendes Ohr: Die meisten Hundekrankheiten kündigen sich mit Alltagssymptomen an, die harmlos wirken und es oft auch sind. Ob am Ende ein 40-Euro-Praxisbesuch oder eine vierstellige Klinikrechnung steht, entscheidet selten das erste Anzeichen, sondern die Ursache dahinter und die Frage, wie schnell man reagiert. Wer die typischen Erkrankungen nach ihrer Herkunft geordnet kennt, deutet Warnsignale schneller richtig und weiß im Zweifel, ob ein Termin am nächsten Morgen reicht oder ob es sofort in die Klinik gehen muss. Diese Übersicht sortiert die wichtigsten Hundekrankheiten nach medizinischen Kategorien, mit Symptomen, Behandlungsweg und realistischer Kostenspanne. Am häufigsten sitzen Hundehalter wegen Parasiten in der Praxis, deshalb beginnt sie dort.

Parasiten

Parasiten sind die häufigste Eintrittskarte in die Tierarztpraxis, und viele von ihnen übertragen nebenbei weitere Erkrankungen. Sie reichen von harmlos-lästig bis ernsthaft, und der teuerste Teil der Behandlung ist oft nicht das Medikament, sondern der Kampf gegen die Wiederansteckung.

Giardien

Giardien sind einzellige Darmparasiten und die häufigste Ursache für hartnäckigen Durchfall beim Hund, besonders bei Welpen. Typisch ist ein wiederkehrender, oft übelriechender und schleimiger Durchfall, dazu Blähungen, Bauchschmerzen und nachlassender Appetit; bei starkem Befall kommt Gewichtsverlust hinzu. Der Nachweis läuft über eine Kotuntersuchung, für die häufig mehrere Proben nötig sind, weil Giardien nicht durchgehend ausgeschieden werden. Eine solche Untersuchung kostet je Probe rund 30 bis 60 Euro. Behandelt wird mit Fenbendazol oder Metronidazol über mehrere Tage. Der aufwendigste Teil ist die Umgebungshygiene: Näpfe, Decken und Böden müssen konsequent gereinigt werden, sonst steckt sich der Hund immer wieder neu an. Insgesamt liegt ein Fall meist zwischen 80 und 400 Euro, bei hartnäckigem Befall mit mehreren Behandlungszyklen darüber. Hält Durchfall länger als ein bis zwei Tage an oder betrifft er einen Welpen, gehört das in die Praxis statt in die Selbstbehandlung, denn hinter demselben Symptom stecken sehr unterschiedliche Ursachen.

Neben Giardien gehören Milben und Ohrmilben, Zecken, Bandwürmer und Herzwürmer zu den verbreiteten Parasiten. Räude wird ebenfalls von Milben ausgelöst und kann stark jucken. Im Sommer kommen Grannen dazu, also Grassamen, die sich in Haut, Pfoten oder Ohren bohren, sowie die Härchen des Eichenprozessionsspinners, die schmerzhafte Reizungen an Maul und Haut verursachen.

Infektionskrankheiten und Mittelmeerkrankheiten

Viele Infektionen lassen sich durch Impfungen und Prophylaxe verhindern, andere kommen als Reisemitbringsel aus dem Süden. Gerade die durch Zecken und Mücken übertragenen Erreger werden häufig erst spät erkannt, weil die Symptome unspezifisch beginnen.

Leishmaniose

Leishmaniose wird von Sandmücken im Mittelmeerraum übertragen und trifft vor allem Hunde, die aus dem Süden importiert wurden oder dort im Urlaub waren. Die Erkrankung zeigt sich in einer kutanen Form über die Haut, mit Haarausfall rund um die Augen, schuppigen Stellen und schlecht heilenden Wunden, oder in einer viszeralen Form, die innere Organe wie Leber, Milz, Gelenke und Nieren angreift. Nierenversagen ist die häufigste Todesursache. Vollständig heilbar ist Leishmaniose meist nicht, weil sich der Erreger nicht komplett aus dem Körper entfernen lässt; behandelt wird daher in der Regel lebenslang, oft mit Allopurinol als Dauertherapie und einer intensiveren Startmedikation wie Miltefosin oder Meglumin-Antimonat. Die Startbehandlung liegt gewichtsabhängig bei etwa 200 bis 400 Euro, danach folgen Kontrollen alle drei bis sechs Monate plus die laufende Therapie, sodass über die Jahre schnell mehrere Tausend Euro zusammenkommen. Leishmaniose gehört zu den Mittelmeerkrankheiten, unter denen auch Ehrlichiose, Anaplasmose und Babesiose zusammengefasst werden. Wenn Ihr Hund aus dem Ausland stammt oder mit im Süden war, lassen Sie ihn tierärztlich auf diese Erreger testen, denn ein früher Nachweis verändert den gesamten Verlauf.

Zu den weiteren wichtigen Infektionskrankheiten zählen Borreliose, die ebenfalls über Zecken übertragen wird, sowie die klassischen Impfkrankheiten Staupe, Parvovirose und Hepatitis contagiosa canis. Zwingerhusten ist hoch ansteckend und macht sich durch trockenen, bellenden Husten bemerkbar, verläuft bei gesunden Hunden aber meist mild.

Orthopädie und Gelenke

Gelenkprobleme entwickeln sich oft über Jahre und werden anfangs als bloße Bewegungsunlust abgetan. Genau das macht sie teuer, denn je später gegengesteuert wird, desto eher steht eine Operation im Raum.

Arthrose

Arthrose ist der schleichende Verschleiß der Gelenke und betrifft vor allem ältere Hunde sowie große Rassen. Betroffene Tiere haben Schmerzen vor allem nach Ruhephasen, sind bei Wetterumschwung schlechter drauf, stehen morgens steif auf, lahmen, meiden Treppen und bauen mit der Zeit Muskulatur ab. Was eine begleitende Physiotherapie kostet, hängt von der Anzahl der Sitzungen und der ganzen Behandlungsserie ab. Mit zunehmendem Alter wird das Risiko größer, weshalb sich ein Blick in unseren Ratgeber Hundeversicherung für alte Hunde lohnt. Die häufigste Ursache bei jungen, großen Hunden sind angeborene Gelenkfehlstellungen wie die Hüftdysplasie und die Ellenbogendysplasie, die früh zu Verschleiß führen und im fortgeschrittenen Fall eine Gelenk-OP ab rund 1.000 Euro nach sich ziehen. Bei der Arthrose selbst geht es weniger um eine einmalige Rechnung als um eine Dauertherapie aus entzündungshemmenden Schmerzmitteln, Physiotherapie, Gewichtsmanagement und Nahrungsergänzung. Realistisch summiert sich das auf 100 bis 300 Euro im Monat, wobei die Medikamente allein bei etwa 20 bis 100 Euro liegen und Physiotherapie mehrere hundert Euro kosten kann. Ein Punkt ist lebenswichtig: Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin aus der Hausapotheke sind für Hunde giftig und können Nieren, Leber und Magen schwer schädigen. Geben Sie Ihrem Hund niemals Humanschmerzmittel, sondern lassen Sie ein passendes Präparat und die Dosis vom Tierarzt festlegen.

Neben der Arthrose gehören der Bandscheibenvorfall, der Kreuzbandriss, dessen OP-Kosten wir im Detail aufschlüsseln, mit einer OP zwischen 800 und 4.000 Euro und das Vestibularsyndrom zu den orthopädisch-neurologischen Diagnosen. Das Vestibularsyndrom mit Kopfschiefhaltung und Gleichgewichtsstörungen wird von Haltern oft mit einem Schlaganfall verwechselt, hat aber meist eine deutlich bessere Prognose. Ein Othämatom, also ein Blutohr, entsteht dagegen häufig als Folge von starkem Kopfschütteln.

Augen und Ohren

Augen und Ohren reagieren empfindlich und schnell. Der Vorteil: Beschwerden fallen früh auf. Der Nachteil: Wer zu lange selbst herumdoktert, verschleppt eine Ursache, die eigentlich einfach zu behandeln gewesen wäre.

Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung erkennt man an geröteten, geschwollenen Augen, an einem klaren bis dickflüssigen Ausfluss und daran, dass der Hund kneift oder blinzelt. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von einer Infektion über Staub, Pollen und Zugluft bis zu einem Fremdkörper wie einem Grashalm oder einer Granne. Behandelt wird je nach Ursache mit antibiotischen Tropfen, einer Salbe oder Tabletten, und in vielen Fällen heilt die Entzündung binnen weniger Tage ab. Die allgemeine Untersuchung liegt nach der Gebührenordnung für Tierärzte bei etwa 24 bis 71 Euro, ein kompletter Fall mit Diagnostik und Medikamenten realistisch bei 100 bis 400 Euro. Bitte behandeln Sie ein entzündetes Auge nicht auf eigene Faust mit Tropfen aus der Schublade: Steckt eine Verletzung der Hornhaut oder ein Fremdkörper dahinter, kann das falsche Mittel den Schaden vergrößern, deshalb gehört ein anhaltend gerötetes Auge tierärztlich abgeklärt.

Ohrenentzündung

Die Ohrenentzündung, medizinisch Otitis, ist einer der häufigsten Gründe für einen Praxisbesuch, besonders bei Rassen mit Schlappohren. Anzeichen sind gerötete Ohren, Juckreiz, ein dunkler oder riechender Ausfluss und häufiges Kopfschütteln oder Kratzen. Behandelt wird mit einer gründlichen Reinigung, Ohrentropfen und je nach Befund einem Antibiotikum; steckt eine Allergie dahinter, muss auch die Grunderkrankung mitbehandelt werden. Ein einzelner Fall bleibt meist im zwei- bis niedrig dreistelligen Bereich, teuer wird es erst bei ständiger Wiederkehr. Verzichten Sie auf Wattestäbchen und Hausmittel im Gehörgang, denn womit genau gereinigt und behandelt wird, hängt vom Befund ab und sollte tierärztlich bestimmt werden, um das Trommelfell nicht zu verletzen.

Weitere Augenerkrankungen, die vor allem im Alter auftreten, sind der Graue Star mit einer trüben Linse und das Glaukom, ein erhöhter Augeninnendruck, der zum Notfall werden kann. Bei manchen Rassen rollt sich zudem das Augenlid nach innen ein, was als Entropium bezeichnet wird und meist operativ korrigiert werden muss.

Zähne

Zahnprobleme werden oft übersehen, weil Hunde Schmerzen im Maul lange verbergen. Dabei ist die Mundgesundheit einer der Bereiche, in denen regelmäßige Kontrolle am meisten spart. Was eine Zahn-OP beim Hund kostet, wenn es dafür zu spät ist, steht in unserer Aufstellung nach GOT-Ziffern.

Zahnstein

Zahnstein macht sich durch deutlichen Mundgeruch, gerötetes oder blutendes Zahnfleisch und im weiteren Verlauf durch nachlassende Fresslust bemerkbar. Steht die Diagnose fest, hilft nur eine professionelle Zahnreinigung, und die findet beim Hund grundsätzlich unter Narkose statt. Die reine Entfernung des Zahnsteins startet nach der Gebührenordnung bei etwa 62 Euro; rechnet man Narkose und Nachsorge hinzu, landet eine vollständige Rechnung realistisch bei 160 bis 250 Euro oder mehr, wie sich anhand der einzelnen GOT-Sätze auch selbst nachrechnen lässt. Eine jährliche Gebisskontrolle beim Gesundheitscheck deckt Probleme auf, bevor Zähne gezogen werden müssen. Unbehandelter Zahnstein führt oft in eine Zahnfleischentzündung, die auf Dauer die Zahnwurzeln und den Kieferknochen angreift.

Chronische und innere Erkrankungen

Bei chronischen Erkrankungen schlägt selten eine einzelne Rechnung hart zu Buche, dafür zieht sich die Belastung über Jahre. Versicherer wie Agria werben deshalb gezielt mit einem Kündigungsverzicht nach dem Schadenfall, damit eine solche Diagnose nicht mitten in der Behandlung zum Vertragsende führt. Genau das unterschätzen viele Halter: Zum Problem wird weniger die einzelne Rechnung als ihre jahrelange Summe aus Medikamenten, Diätfutter und wiederkehrenden Kontrollen.

Epilepsie

Epilepsie äußert sich in plötzlichen Anfällen, bei denen der Hund umfällt, zuckt, stark speichelt und manchmal Urin verliert. Häufig gibt es eine Aura-Phase davor, in der das Tier anhänglich oder abwesend wirkt; sie kann Sekunden bis Tage dauern. Heilbar ist Epilepsie nicht, aber bei etwa sieben von zehn Hunden lassen sich die Anfälle mit der richtigen Medikation deutlich reduzieren oder ganz unterdrücken. Zum Einsatz kommen Wirkstoffe wie Phenobarbital, Imepitoin und Kaliumbromid, die lebenslang und zuverlässig gegeben werden müssen. Die Diagnostik ist der teuerste Einzelposten: Je nach Umfang und angesetztem GOT-Satz liegt sie zwischen etwa 900 und 2.750 Euro, dazu kommen laufende Medikamente und Kontrollen, die sich je nach Verlauf auf mehrere Tausend Euro pro Jahr summieren können. Den ersten Anfall sollten Sie immer tierärztlich abklären lassen, um andere Ursachen auszuschließen. Und merken Sie sich eine Faustregel: Dauert ein Anfall länger als etwa fünf Minuten oder folgen mehrere kurz aufeinander, ist das ein Notfall.

Ähnlich verlaufen andere chronische Erkrankungen als laufende Kostenposition. Diabetes mellitus zeigt sich durch vermehrtes Trinken und Urinieren bei gleichbleibendem oder größerem Appetit und wird mit Insulin, angepasster Fütterung und regelmäßigen Kontrollen behandelt. Die Niereninsuffizienz wird über ein Blutbild festgestellt, das je nach Umfang rund 24 bis 71 Euro kostet, und mündet in eine Dauertherapie aus Diätfutter und Medikamenten. Dazu kommen die Schilddrüsenunterfunktion, die wiederkehrende Blasenentzündung, die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und im Alter die Inkontinenz. Tumorerkrankungen und Hautkrebs treten mit den Lebensjahren häufiger auf und verursachen je nach Behandlung sehr unterschiedliche Kosten.

Haut

Die Haut ist das größte Organ des Hundes und spiegelt viele innere Vorgänge wider. Juckreiz ist dabei ein Symptom mit Dutzenden möglichen Ursachen, was die Diagnose oft langwierig macht.

Allergien und Hauterkrankungen

Bei Allergien reagiert beim Hund fast immer die Haut: Der Hund juckt anhaltend, bekommt gerötete Stellen, Schuppen und kahle Flecken und leckt oder knabbert ständig an Pfoten und Bauch. Der Weg zur Diagnose führt über eine Ausschlussdiagnostik, oft mit einer mehrwöchigen Futterumstellung, und die Behandlung läuft in vielen Fällen auf eine Dauertherapie hinaus. Damit sind Allergien vor allem eine laufende Kostenposition aus Diagnostik und Medikamenten und keine einmalige Ausgabe. Die möglichen Auslöser reichen von Futterbestandteilen über Umweltallergene bis zu Parasiten, und welcher es ist, klärt die Praxis mit gezielten Tests. Sparen Sie sich das Ausprobieren verschiedener Shampoos und Diäten auf eigene Faust, denn ohne die richtige Diagnose behandeln Sie am Auslöser vorbei.

Zu den weiteren häufigen Hautproblemen zählen der Hot Spot, eine nässende, plötzlich aufflammende Hautentzündung, verstopfte oder entzündete Analdrüsen, an denen sich der Hund am Boden reibt, und die Alopezie, also krankhafter Haarausfall.

Akute Notfälle: Symptome, die sofort in die Klinik gehören

Die meisten Erkrankungen geben Ihnen Zeit für einen normalen Termin. Ein paar Situationen tun das nicht, und bei ihnen zählt nicht der Preis, sondern die Uhr.

Magendrehung

Bei einer Magendrehung dreht sich der gefüllte Magen um die eigene Achse und schnürt die Blutzufuhr ab. Gefährdet sind vor allem große Rassen mit tiefem Brustkorb. Warnzeichen sind ein prall aufgeblähter, harter Bauch, deutliche Unruhe und wiederholtes Würgen, ohne dass Erbrochenes kommt. Behandelt wird sie mit einer sofortigen Not-OP, bei der der Magen zurückverlagert und meist per Gastropexie an der Bauchwand fixiert wird. Da die Magendrehung meist nachts oder am Wochenende auftritt, kommt oft ein Notdienstzuschlag hinzu; insgesamt bewegt sich die Rechnung rasch zwischen 2.000 und 5.000 Euro, wie unser Überblick zu den Tierarztkosten im Notfall zeigt. Abwarten ist hier keine Option: Zeigt Ihr Hund diese Symptome, fahren Sie sofort in die nächste Tierklinik, denn jede Stunde entscheidet über die Prognose. Was Sie bis zur Ankunft in der Klinik tun können, zeigt unser Erste-Hilfe-Ratgeber für Hunde.

Sofort in die Klinik gehört Ihr Hund außerdem bei starker Atemnot, Krämpfen, einem Kollaps, anhaltendem Erbrechen oder einer plötzlichen, hochgradigen Lahmheit. Auch eine Gebärmutterentzündung (Pyometra) bei einer nicht kastrierten Hündin ist ein Notfall, der oft mit Mattigkeit, vermehrtem Trinken und Ausfluss einhergeht. Speichern Sie die Nummer der nächsten Tierklinik mit Notdienst vorab im Handy, denn die Suche nach einer geöffneten Praxis ist im Ernstfall genau die Zeit, die Sie dann nicht haben.

So sichern Sie beide Kostenarten für Ihren Hund ab

Die Zahlen oben zeigen zwei sehr unterschiedliche Kostenmuster. Auf der einen Seite stehen die teuren, plötzlichen Eingriffe wie die Not-OP bei einer Magendrehung oder ein Kreuzbandriss, die auf einen Schlag vierstellig werden. Auf der anderen Seite laufen chronische Erkrankungen wie Arthrose, Epilepsie, Leishmaniose oder Allergien Monat für Monat mit und summieren sich über Jahre. Eine reine OP-Versicherung deckt nur das erste Muster ab; für die laufenden Behandlungen brauchen Sie einen Krankenvollschutz, der auch Diagnostik, Medikamente und wiederkehrende Kontrollen übernimmt. Ein Anbietervergleich lohnt sich vor allem beim erstatteten GOT-Satz. Das ist der Faktor auf die Gebührenordnung für Tierärzte, den ein Anbieter zahlt, denn im Notdienst dürfen Praxen bis zum vierfachen Satz abrechnen. Ein Hinweis vorab für alle Tarife: Vorerkrankungen und bereits erkennbare Beschwerden sind vom Schutz ausgenommen, ein Abschluss lohnt sich also, solange der Hund gesund ist.

Lassie: akute OPs und chronische Therapie in einem Tarif

Wer beide Kostenmuster mit einer einzigen Police abdecken will, fährt mit Lassie am rundesten. Der Anbieter erstattet bis zum vierfachen GOT-Satz und greift damit genau dann, wenn eine Notdienstrechnung eskaliert. Es gibt keine Altersgrenze nach oben, jeder Kranken-Tarif enthält ein Vorsorgebudget, und der OP-Schutz von Stiftung Warentest wurde mit sehr gut bewertet. Für einen Hund, der heute jung und gesund ist, aber im Lauf des Lebens sowohl eine akute OP als auch eine Dauertherapie brauchen kann, ist das die breiteste Absicherung.

Lassie: OP- und Krankenschutz für Ihren Hund
Von der Not-OP bei Magendrehung bis zur monatlichen Arthrose- oder Epilepsie-Therapie: Lassie übernimmt akute Eingriffe und laufende Behandlungen und erstattet bis zum vierfachen GOT-Satz. Keine Altersgrenze, Vorsorgebudget in jedem Kranken-Tarif. Berechnen Sie in wenigen Minuten unverbindlich Ihren Beitrag.

Dalma: den Schutz mitwachsen lassen

Dalma setzt auf einen Baukasten, mit dem Sie den Umfang vom reinen OP-Schutz bis zum Vollschutz selbst zusammenstellen. Das lohnt sich besonders für Halter, die klein anfangen und die Deckung ausbauen wollen, wenn der Hund älter wird und chronische Diagnosen wahrscheinlicher werden. Auch Dalma erstattet bis zum vierfachen GOT-Satz, und die Erstattung läuft nach eigenen Angaben binnen 48 Stunden, was bei einer teuren Rechnung den Liquiditätsdruck nimmt.

Dalma: flexibler Tarif für jedes Alter
Stellen Sie den Schutz vom OP-Baustein bis zum Vollschutz selbst zusammen und passen Sie ihn an, wenn Ihr Hund älter wird. Erstattung bis zum vierfachen GOT-Satz, Auszahlung nach eigenen Angaben binnen 48 Stunden. Berechnen Sie Ihren Beitrag unverbindlich.

Barkibu: sinnvoll bei laufender Betreuung

Barkibu kombiniert die Versicherung mit einer digitalen, KI-gestützten Gesundheitsberatung. Das spielt seine Stärke vor allem bei den vielen Erkrankungen aus, die keine einmalige Behandlung sind, sondern dauerhaftes Beobachten erfordern: Bei Arthrose, Epilepsie oder einer Allergie hilft eine schnelle Ersteinschätzung zwischen zwei Praxisterminen, um zu entscheiden, ob ein Symptom warten kann oder nicht. Für digital-affine Halter eines chronisch kranken Hundes ist das ein echter Mehrwert.

Barkibu: Versicherung plus digitale Gesundheitsberatung
Absicherung kombiniert mit einer KI-gestützten Beratung für den Alltag mit einem chronisch kranken Hund. Rasse und Alter eingeben und den Beitrag unverbindlich berechnen.

Barmenia: für ein starkes Leistungsniveau

Barmenia richtet sich an Halter, denen ein breiter, gut abgesicherter Leistungsumfang wichtiger ist als eine App. Wer die teure Kombination aus möglichen OPs und langjähriger chronischer Therapie im Blick hat und dafür einen etablierten Versicherer mit hohem Leistungsniveau sucht, findet hier eine solide Alternative zu den digitalen Anbietern. Prüfen Sie beim Vergleich, welche Wartezeiten und Höchstgrenzen der jeweilige Tarif ansetzt.

Barmenia: hohes Leistungsniveau für teure Verläufe
Etablierter Versicherer für die teure Kombination aus akuten OPs und langjähriger chronischer Therapie. Tarif, Rasse und Alter eingeben und den Beitrag für Ihren Hund berechnen.

Häufig gestellte Fragen zu Hundekrankheiten

Welche Hundekrankheiten sind am gefährlichsten?

Am gefährlichsten sind die akuten Notfälle und die schweren Infektionen. Eine Magendrehung ist ohne sofortige Not-OP innerhalb von Stunden tödlich. Parvovirose und Staupe können vor allem ungeimpfte Welpen das Leben kosten, und die viszerale Form der Leishmaniose führt unbehandelt oft zu Nierenversagen. Entscheidend ist bei allen die Zeit bis zur Behandlung: Je früher die Diagnose steht, desto besser die Prognose.

Welche Hundekrankheiten sind auf den Menschen übertragbar?

Einige, aber die Zahl ist kleiner als oft befürchtet. Zu den auf den Menschen übertragbaren Erkrankungen (Zoonosen) zählen die Sarcoptes-Räude, die vorübergehenden Juckreiz auslösen kann, Giardien und die bakterielle Leptospirose, die ernster verläuft. Auch der Fuchsbandwurm kann über den Kot übertragen werden. Gesunde Erwachsene stecken sich selten schwer an; Vorsicht gilt für Kinder und immungeschwächte Personen. Gute Hygiene und regelmäßige Entwurmung senken das Risiko deutlich, im Zweifel fragen Sie Ihren Tierarzt.

Was kostet die Behandlung einer Hundekrankheit?

Die Spanne ist groß. Ein einfacher Praxisbesuch beginnt bei rund 40 Euro, eine Zahnreinigung unter Narkose liegt bei 160 bis 250 Euro, und eine Not-OP bei Magendrehung erreicht 2.000 bis 5.000 Euro. Chronische Erkrankungen verursachen keine einmalige Rechnung, sondern laufende Kosten: Arthrose etwa 100 bis 300 Euro im Monat, die Leishmaniose-Therapie über die Jahre mehrere Tausend Euro. Wie hoch die Rechnung ausfällt, hängt von Region, Klinik, Methode und dem angesetzten GOT-Satz ab.

Woran erkenne ich, dass mein Hund krank ist?

Achten Sie auf Abweichungen vom Normalzustand: verändertes Fress- und Trinkverhalten, Antriebslosigkeit, Erbrechen oder Durchfall über mehr als ein bis zwei Tage, Lahmheit, Juckreiz, Mundgeruch oder häufiges Kopfschütteln. Ein einzelnes Anzeichen muss nichts bedeuten, mehrere zusammen oder ein plötzlicher Zustandswechsel gehören abgeklärt. Als Faustregel gilt: Was länger als zwei Tage anhält oder sich schnell verschlechtert, ist ein Grund für einen Termin.

Kann eine Tierversicherung diese Kosten übernehmen?

Ja. Die akuten, teuren Eingriffe fängt bereits eine OP-Versicherung ab. Für Diagnostik, Medikamente und laufende Therapien brauchen Sie zusätzlich einen Krankenvollschutz, der besser zu chronischen Verläufen passt. Da Vorerkrankungen ausgeschlossen sind, schließen Sie am besten ab, solange Ihr Hund gesund ist. Die Beitragshöhe richtet sich nach Rasse, Alter und Tarif.


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