Physiotherapie nach der Kreuzband-Operation, ein Lasertermin gegen Arthrose, die Videosprechstunde am Sonntagabend: Leistungen, die viele Tarife komplett streichen, zählen bei der Tierkrankenversicherung der Bayerischen zum festen Umfang. Dazu kommt ein Versprechen, das im Markt selten ist: Ab dem vierten Versicherungsjahr gibt der Münchner Versicherer sein ordentliches Kündigungsrecht auf. Wer einen Anbieter sucht, der über die reine OP-Erstattung hinausgeht und den Vertrag auch dann hält, wenn das Tier älter und teurer wird, findet hier ein passendes Angebot. Ob der Schutz zu Ihrem Hund oder Ihrer Katze passt, entscheiden vor allem drei Punkte: die Leistungsbreite, das Eintrittsalter und der Beitrag.
die Bayerische Tierversicherung auf einen Blick
- Anbieter: die Bayerische (Versicherungsgruppe a. G., München), Online-Abschluss auch über die Direktmarke BavariaDirekt
- Versicherungsarten: OP-Versicherung und Krankenvollversicherung für Hunde und Katzen
- Tarife: Basis, Top, Premium und Premium Plus
- Erstattung: bis zu 100 Prozent je nach Tarif
- GOT-Satz: bis zum 3-fachen Satz, im tierärztlichen Notdienst bis zum 4-fachen Satz
- OP-Kosten: in den oberen Tarifen ohne Jahreshöchstbegrenzung erstattet
- Besonderheiten: alternative Heilmethoden (Physio-, Laser-, Magnetfeld- und Neuraltherapie), Telemedizin über FirstVet, freie Tierarztwahl, Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht ab dem 4. Jahr
- Alter bei Abschluss: mindestens 8 Wochen, höchstens 5 Jahre
- Wartezeiten: 30 Tage bei Krankheit (Premium Plus 120 Tage), 6 bis 18 Monate für bestimmte Diagnosen, keine Wartezeit bei Unfall
- Beitrag: ab 10 € pro Monat
- Kundenbewertungen: rund 3 von 5 Sternen auf Trustpilot (konzernweit, über 850 Bewertungen)
Wer hinter der Tierversicherung steht
Die Bayerische ist eine Versicherungsgruppe auf Gegenseitigkeit mit Sitz in München und einer Geschichte, die bis 1858 zurückreicht. Mit einer Bruttoprämie von über 700 Millionen Euro und einer Kapitalausstattung deutlich über der aufsichtsrechtlichen Anforderung gehört der Konzern zu den finanziell besonders soliden Häusern im deutschen Markt. Für Tierhalter ist das kein Detail am Rande: Eine Versicherung, die über Jahre laufen soll, muss auch in Jahrzehnten noch zahlungsfähig sein.

Den Abschluss der Tierkrankenversicherung wickelt die Bayerische online meist über ihre Direktmarke BavariaDirekt ab. Beide Marken gehören zur selben Gruppe. Wer nach der BavariaDirekt Tierversicherung sucht, landet also beim gleichen Produkt.
Mehr als OP: der Leistungsumfang
Hier liegt die eigentliche Stärke des Anbieters. Die Tierkrankenversicherung der Bayerischen deckt Hund und Katze bei Krankheit und Unfall ab und geht bei den Leistungen über das hinaus, was Standardtarife am Markt bieten.
Mitversichert sind ausdrücklich alternative Heilmethoden. Physiotherapie, Lasertherapie, Magnetfeldtherapie und Neuraltherapie gehören zum Schutz, ebenso die Verhaltenstherapie. Gerade nach orthopädischen Operationen entscheidet die Nachbehandlung oft über den Heilungserfolg, und genau diese Kosten tragen viele günstige Tarife nicht mit. Die Bayerische schließt sie ein.
Dazu kommt die Telemedizin über den Anbieter FirstVet. Über die Videosprechstunde erreichen Sie einen Tierarzt per Video oder Telefon, auch abends und am Wochenende. Die Kosten dafür erstattet die Versicherung. Bei Durchfall, Hautproblemen oder Futterfragen erspart das häufig den Weg in die Praxis.
Erstattet werden Behandlungen bis zum 3-fachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), im tierärztlichen Notdienst sogar bis zum 4-fachen Satz. Das ist wichtig, weil Kliniken und Notdienste regelmäßig die höheren Sätze abrechnen. Setzt die Klinik am Wochenende den 4-fachen Satz an, ein Tarif erstattet aber nur den 2-fachen, zahlen Sie die Differenz auf einer ohnehin hohen Notdienstrechnung aus eigener Tasche. Die freie Tierarztwahl gilt in allen Tarifen, Sie sind also an keine bestimmte Praxis gebunden.
Die vier Tarifstufen und was sie leisten
Die Bayerische staffelt ihre Tier-Krankenversicherung in vier Stufen: Basis, Top, Premium und Premium Plus. Von unten nach oben steigen Erstattungssatz, Leistungsumfang und die Zusatzbudgets.
Die reine die Bayerische OP-Versicherung übernimmt Operationen samt Vor- und Nachbehandlung. Die Krankenvollversicherung deckt zusätzlich ambulante und stationäre Behandlungen, Medikamente und Diagnostik ab und ist damit der Rundum-Schutz für Hund und Katze. In den höheren Tarifen erreicht die Erstattung bis zu 100 Prozent, und Operationen werden in den oberen Stufen ohne Jahreshöchstbegrenzung erstattet.
In den oberen Stufen kommen weitere Leistungen hinzu. Der Premium-Plus-Tarif übernimmt Zahnbehandlungen bis zu 1.500 Euro, deckt die Verhaltenstherapie mit bis zu sieben Sitzungen à 1,5 Stunden ab und zahlt einen Bestattungskostenzuschuss von bis zu 500 Euro. Die Vorsorge läuft über eine Pauschale für Gesundheitsleistungen.

Was die Bayerische Tierversicherung kostet
Den Beitrag legt die Bayerische individuell fest. Die Tierart, die Rasse, das Alter und der gewählte Tarif bestimmen den Preis, und jede Stufe von Basis bis Premium Plus hebt mit dem Erstattungssatz auch den Beitrag an.
Monatsbeitrag ab: 10 € pro Monat
An einer Stelle haben Sie den Beitrag selbst in der Hand. Die Bayerische bietet eine optionale Selbstbeteiligung von 20 Prozent an, gedeckelt bei höchstens 250 Euro pro Schadensfall. Wer diesen Eigenanteil wählt, senkt den Monatsbeitrag und trägt im Ernstfall nur einen begrenzten, klar gedeckelten Teil der Kosten selbst. Das ist der wichtigste Hebel, um einen hohen Leistungsumfang bezahlbar zu halten.
Der Rest ist eine Frage der Tarifstufe. Der Basistarif ist der günstigste Einstieg, deckt aber weniger ab als Top oder Premium. Beim Preisvergleich lohnt der Blick auf das, was schon im Beitrag steckt: alternative Heilmethoden und die FirstVet-Telemedizin sind hier fester Bestandteil des Schutzes und müssen nicht als Baustein zugekauft werden. Wer diese Leistungen ohnehin nutzen würde, vergleicht also nicht den nackten Monatsbeitrag, sondern Beitrag gegen den tatsächlich abgedeckten Behandlungsweg. Im Ernstfall zählt die Deckungshöhe mehr als ein paar Euro Ersparnis im Monat.
Wartezeiten und die 18-Monats-Frist
Wartezeiten sind bei Tierkrankenversicherungen üblich. Sie verhindern, dass ein Tier erst dann versichert wird, wenn die Krankheit bereits feststeht. Bei der Bayerischen gelten:
- Krankheit allgemein: 30 Tage (im Premium-Plus-Tarif 120 Tage)
- Unfall: keine Wartezeit
- Bestimmte Diagnosen und Operationen (etwa Hüft- und Ellbogendysplasie, Prothesen): 6 bis 18 Monate
Die langen Sonderwartezeiten von bis zu 18 Monaten für bestimmte Operationen sind der wunde Punkt. Bei einem Welpen ohne Vorgeschichte laufen diese Fristen meist längst ab, bevor überhaupt eine Behandlung ansteht. Steht dagegen eine gelenkanfällige Rasse wie Schäferhund oder Labrador zur Debatte, gehört die 18-Monats-Frist vor der Unterschrift genau geprüft. Wer solche langen Sonderfristen von vornherein vermeiden will, findet bei einem reinen Spezialisten wie Agila durchweg kürzere, marktübliche Wartezeiten.
Kündigungsverzicht ab dem 4. Jahr: Sicherheit im Alter
Dieser Punkt unterscheidet die Bayerische von vielen Wettbewerbern. Ab dem vierten Versicherungsjahr verzichtet der Anbieter auf das ordentliche Kündigungsrecht und auf die Kündigung im Leistungsfall. Im Klartext: Wird Ihr Tier alt und krank und reichen Sie teure Rechnungen ein, darf die Versicherung den Vertrag nicht kündigen, um Sie loszuwerden.
Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Klassische Tarife behalten sich oft vor, nach einem teuren Schadensfall zu kündigen, gerade dann, wenn ein Tier mit dem Alter zum Kostenfaktor wird. Ein Fachartikel im Versicherungsmagazin bezeichnete den Kündigungsverzicht in diesem Segment als Merkmal, das den Markt anführt. Für Halter bedeutet er Planungssicherheit über die gesamte Lebensdauer des Tieres, nicht nur in den ersten gesunden Jahren.
Erfahrungen: gründlich, aber langsam
Auf Trustpilot erreicht die Bayerische konzernweit rund 3 von 5 Sternen bei über 850 Bewertungen. Die Bewertung bezieht sich auf den gesamten Konzern, nicht allein auf die Tierversicherung, und fällt durchwachsen aus: Lob für die persönliche Beratung steht Kritik an der Bearbeitungsdauer gegenüber.
In den Erfahrungsberichten fällt ein Muster auf: Die Bayerische reguliert gründlich, aber nicht besonders schnell. Bis eine Erstattung auf dem Konto ist, vergehen nach Kundenschilderungen und Vergleichsportalen im Schnitt rund eine bis zwei Wochen. Digitale Anbieter wie Getsafe oder Dalma zahlen oft binnen weniger Tage per App aus. Wer Wert auf Tempo bei der Erstattung legt, muss diesen Unterschied einkalkulieren. Im Gegenzug bekommt er bei der Bayerischen einen breiteren Leistungsumfang und die langfristige Vertragssicherheit.
Vorteile und Nachteile der Bayerischen
Was für die Bayerische spricht und was dagegen, kurz zusammengefasst:
Vorteile:
- Alternative Heilmethoden inklusive: Physio-, Laser-, Magnetfeld- und Neuraltherapie sowie Verhaltenstherapie sind mitversichert.
- Telemedizin über FirstVet: Videosprechstunde mit einem Tierarzt, deren Kosten die Versicherung erstattet.
- Kündigungsverzicht ab dem 4. Jahr: kein Rauswurf, wenn das Tier alt und teuer wird.
- Hohe Deckung: bis zu 100 Prozent Erstattung, OP-Kosten in den oberen Tarifen ohne Jahreshöchstbegrenzung, bis zum 4-fachen GOT-Satz im Notdienst.
- Finanziell sehr solide: etablierter Münchner Versicherer mit robuster Kapitalausstattung.
Nachteile:
- Höchsteintrittsalter fünf Jahre: ältere Tiere lassen sich nicht mehr neu versichern.
- Lange Sonderwartezeiten: bis zu 18 Monate für bestimmte Operationen.
- Langsamere Erstattung: rund eine bis zwei Wochen, langsamer als App-basierte Anbieter.
- Kein Pferd: die Tierkrankenversicherung deckt nur Hund und Katze ab.
Für wen sich die Bayerische lohnt
Die Bayerische Tierkrankenversicherung ist die richtige Wahl, wenn Sie mehr wollen als reine OP-Erstattung und Wert auf den vollen Behandlungsweg legen: alternative Heilmethoden nach der Operation, eine Videosprechstunde für den schnellen Rat, dazu die Sicherheit, dass der Vertrag im Alter nicht gekündigt wird. Für Halter, die langfristig planen und ihr Tier über Jahre absichern wollen, ist das ein starkes Paket.
Zwei Bedingungen sollten Sie erfüllen. Ihr Tier muss bei Abschluss jung genug sein, weil die Grenze bei fünf Jahren liegt. Und Sie sollten mit den langen Sonderwartezeiten und der eher gemächlichen Erstattung leben können. Wer sein Tier möglichst früh versichert und nicht auf die schnellste Auszahlung angewiesen ist, bekommt bei der Bayerischen einen der leistungsstärksten Rundum-Tarife am Markt. Wer ein älteres Tier absichern oder blitzschnelle App-Erstattung will, schaut sich im Tierversicherungs-Vergleich besser nach einem Anbieter ohne Altersgrenze oder einem digitalen Versicherer um.
Häufige Fragen zur Bayerischen Tierversicherung
Was kostet die Tierversicherung der Bayerischen im Monat?
Einen festen Einstiegspreis nennt die Bayerische nicht, weil der Beitrag von Tierart, Rasse, Alter und gewähltem Tarif abhängt. Ein junges Tier im Basistarif kostet deutlich weniger als ein älterer großer Hund im Premium-Plus-Schutz. Den genauen Beitrag ermitteln Sie über den Tarifrechner in wenigen Minuten.
Welche alternativen Heilmethoden übernimmt die Bayerische?
Mitversichert sind Physiotherapie, Lasertherapie, Magnetfeldtherapie und Neuraltherapie sowie die Verhaltenstherapie. Gerade in der Nachbehandlung nach Operationen sind diese Leistungen wertvoll, weil viele Standardtarife sie nicht abdecken. Dazu kommt die erstattungsfähige Telemedizin über den Anbieter FirstVet.
Bis zu welchem Alter kann ich mein Tier versichern?
Ihr Hund oder Ihre Katze muss bei Abschluss mindestens acht Wochen und darf höchstens fünf Jahre alt sein. Danach ist kein Neuabschluss mehr möglich. Der Schutz gilt anschließend lebenslang, sofern der Vertrag läuft.
Kann die Bayerische den Vertrag nach einer teuren OP kündigen?
Ab dem vierten Versicherungsjahr nicht mehr. Der Anbieter verzichtet dann auf das ordentliche Kündigungsrecht und auf die Kündigung im Leistungsfall. Ihr Vertrag bleibt also bestehen, auch wenn Ihr Tier im Alter hohe Kosten verursacht.
Wie lange dauert die Erstattung bei der Bayerischen?
Nach Kundenerfahrungen und Vergleichsportalen dauert die Regulierung im Schnitt rund eine bis zwei Wochen. Das ist gründlich, aber langsamer als bei rein digitalen Anbietern, die oft binnen weniger Tage per App auszahlen.
Was ist der Unterschied zwischen der Bayerischen und BavariaDirekt?
BavariaDirekt ist die Online-Direktmarke der Bayerischen. Der Abschluss der Tierkrankenversicherung läuft häufig über BavariaDirekt, das Produkt und der Versicherer dahinter sind aber dieselben.
